Dampflokomotiven: 38 3180
Dampflokomotive 38 3180 des BEM
Um die Jahrhundertwende konnte der überhitzte Dampf, auch Heißdampf genannt, endlich auch bei Dampflokomotiven Einzug halten, nachdem Mineralöle verfügbar waren, die bis Temperaturen von 400°C noch Schmierfähigkeit aufweisen. 1906 bestellte der Chefkonstrukteur der Königlich Preußischen Eisenbahnverwaltung (KPEV) die ersten 10 Exemplare einer neuen Heißdampflokomotive mit der Achsfolge "2'C" für den schweren Personenzug- und leichten Schnellzugdienst. Ursprünglich sollte die neue Baureihe sogar mit Windschneideführerhäusern ausgestattet werden.
Nach der Beseitigung zahlreicher Kinderkrankheiten entstand mit der P8 eine zuverlässige und beliebte Mehrzwecklokomotive, die darüber hinaus auch recht sparsam war. Sie wurde auch zu einem der Exportschlager des deutschen Lokmotivbaus. Allein die KPEV stellte bis zu ihrer Auflösung in der Deutschen Reichsbahn 2350 Maschinen in Dienst, weitere wurden bis 1923 für die DRG gebaut und auch zahlreich in Süddeutschland eingesetzt. Die insgesamt vorhandenen 3561 Maschinen wurden als "Mädchen für alles" verwendet und zogen neben Personenzügen auch leichte Schnellzüge und sogar Güterzüge. Auch bei der Deutschen Bundesbahn war die P8 lange unverzichtbar, die letzten wurden erst 1974 ausgemustert. Einige Lokomotiven erreichten ein Alter von über 60 Jahren und bestätigen damit die P8 aus gelungene Konstruktion. Ab 1922 war auch diese Baureihe verstärkt in süddeutschen Bw statioiert, um den Mangel an Lokomotiven zu beheben. Auch in Nördlingen war die P8 im Einsatz und befuhr die Strecken nach Donauwörth, Gunzenhausen und Aalen.
Die Lokomotive 38 3180 wurde 1921 als "2586 Halle" an die Deutsche Reichsbahn abgeliefert, die Bezeichnung entsprach noch dem Schema der KPEV. Später wurde sie nach Breslau umstationiert und wurde dann im einheitlichen System der DRG als 38 3180 bezeichnet. Bereits Ende 1926 konnte die Rumänische Staatsbahn 100 Dampflokomotiven von der DRG erwerben, die in Deutschland als Folge der Wirtschaftskrise überflüssig waren. Darunter war auch die 38 3180, die bei der CFR die Nummer 230.105 erhielt. Bekannt ist, daß sie bis Anfang der 80er Jahre im Raum Timisoara eingesetzt wurde, danach stand sie demoliert in Lugoj.
Im Jahr 1998 konnte das Bayerische Eisenbahnmuseum mit Unterstützung einer Interessengruppe die Lok erwerben, um die Sammlung typischer Baureihen zu vervollständigen. Nach einer Teilaufarbeitung der Lokomotive im rumänischen Werk Cluj konnte die Lok zusammen mit der 57 3525 Mitte August 2001 nach Nördlingen überführt werden.
Einige technische Daten der Baureihe 38.10:
| Bauart: | 2'C h2 |
| Gattung: | P 35.18 |
| max. Geschwindigkeit: | 100 km/h |
| Leistung: | ? PS |
| Dienstgewicht: | ? t |
| Kesseldruck: | 12 bar |
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