Dampflokomotiven: Baureihe 50

Güterzugdampflokomotiven der Baureihe 52 des BEM

Die Baureihe 52

Nach Beginn des Rußlandfeldzuges 1941 setzte sich bei den Militärstrategen die Einsicht durch, daß ohne die Eisenbahn der Krieg nicht weiter geführt werden konnte, wie man es sich anfangs vorgestellt hatte. Nun sollte dieser Fehler so schnell wie möglich ausgeglichen werden, außerdem mußten zahlreiche Lokomotiven ersetzt werden, die in der russischen Kälte kaputt gegangen waren. Aus der kurz vor dem Krieg in Produktion gegangenen Baureihe 50 entstand durch "Entfeinerung" zunächst die 50ÜK, von der die Lokfabriken dann zur Massenproduktion der Baureihe 52 übergingen. Gegenüber der BR 50 wurden ca. 1000 Teile einfach weggelassen, weitere 3000 vereinfacht, so daß die Produktion stark gesteigert werden konnte. Bis über das Kriegsende hinaus wurden über 7000 Lokomotiven hergestellt, die der Krieg über ganz Europa verstreut hatte. Die universelle Verwendbarkeit hatte sie zur beliebten Baureihe gemacht, die im Krieg auch direkt nach Rumänien, Kroatien, Serbien und in die Türkei geliefert wurden. Im Gegensatz zur veranschlagten Nutzungsdauer von 5-10 Jahren konnten sich die letzten Exemplare im Plandienst in Polen bis heute halten.

52 2195 (ex DRG/DR 52 2195; DR 52 2195-7)

Diese Lok stellt unter den vier beim BEM vorhandenen 52ern den Lieferzustand dieser Baureihe dar. Sie wurde 1943 mit der Fabriknummer 27046 von Henschel in Kassel gebaut und im März des gleichen Jahres an die Rbd Posen abgeliefert. Nach Kriegsende fand sie sich in der Rbd Dresden im Bestand des Bw Chemnitz-Hilberdorf wieder und war in Pockau-Lengenfeld abgestellt. Am 19.04.1947 wurde sie einer sowjetischen Lokkolonne zugeteilt und fuhr vom Bw Frankfurt/Oder aus wieder gen Osten. Mit Ausnahme vom 02.06.54 bis 28.08.55, wo sie an die PKP vermietet wurde, war sie bis zur Ausmusterung 1991 im Bw Frankfurt/Oder beheimatet, bevor sie im Bestand des BEM landete.

52 3548 (ex DRG/DR 52 3548; ex DR 52 3548-6)

Im Gegensatz zur DB, die ihre 52 "fristgerecht" bis 1954 ausmustern konnte, litt die DR unter starkem Lokmangel, der durch die Reparationsforderungen der Sowjets noch verstärkt wurde. Die 52 war für die DR eine überdurchschnittlich junge und universell einsetzbare Lokomotive und wurde somit lange Zeit voll unterhalten und modernisiert.
Die 52 3548 vertritt beim BEM diejenigen Lokomotiven, die einer Generalreparatur unterzogen wurden. Dabei wurden u.a. Achslagerstellkeile, neue Stehkessel und als sichtbarste Veränderung eine Mischvorwärmeranlage mit Speisepumpe eingebaut. Im Gegensatz zu den Rekolokomotiven behielten sie ihre Ordnungsnummer. Die 52 3548 wurde 1943 mit der Fabriknummer 16685 bei Krauss-Maffei in München-Allach gebaut kam zunächst zum Bw Köthen. Später war sie in Cottbus, Elsterwerda, Senftenberg und Hoyerswerda beheimatet. 1960 wurde sie im Raw Stendal einer Generalreparatur unterzogen. Nach Aufenthalten in den Bw Görlitz und Zittau beendete sie ihren Dienst bei der DR wieder im Bw Cottbus.
Auf der Suche nach großen Lokomotiven hatte das BEM erste Kontakte in die damals noch existierende DDR geknüpft und konnte als ersten Erfolg die 52 3548 erwerben, der noch viele Loks in den Westen folgen sollten. Von 1989 bis 1992 war die Lok zuverlässig im Einsatz des BEM und wurde dann von der 50 0072 abgelöst.

52 8168 (ex DRG/DR 52 3574, ex DR 52 8168-8)

Analog zur Baureihe 50.35 erhielten auch Loks der Baureihe 52 die sogenannten Rekokessel, um alte, verschlissene Kessel zu ersetzen und die Loks zu modernisieren bzw. die weitere Verwendung zu sichern. Außerdem wurde auch Achslagerstellkeile nachgerüstet. Um den freien Tausch der Rekokessel zu ermöglichen, wurden die Anpassungsarbeiten an den Rahmen der Loks vorgenommen. 200 Lokomotiven wurden auf diese Weise umgebaut und als 52.80 bezeichnet. Bis 1988 waren die Loks planmäß bei der DR eingesetzt!
Die 52 8168 wurde als 52 3574 ebenfalls bei Krauss-Maffei mit der Fabriknummer 16711 gebaut und am 16.09.1943 fertiggestellt. Die Endabnahme im RAW München- Freimann erfolgte aber erst am 18.10.43, weil vorher kein geeigneter Tender zur Verfügung stand. Erstes Heimat-Bw wurde Zeitz. Danach wanderte die Lok nach Falkenberg, Bitterfeld, Cottbus, Elsterwerda, Brandenburg, Roßlau, Staßfurt, Aschersleben und Stendal. Vom 01.07.1980 an wurde die Lok dem Bw Leipzig-Engelsdorf zugewiesen, wo sie dann am 25.12.1991 abgestellt wurde. Seit 1992 gehört die Maschine zum Bestand des BEM. Die Rekonstruktion mit der Neubekesselung wurde bei dieser Maschine 1963 durchgeführt.

Einige interessante technische Daten der 52:
Bauart:1'E h2
Gattung:G56.15
max. Geschwindigkeit:80 km/h
Leistung:ca. 1650 PS
Dienstgewicht:unterschiedlich
Kesseldruck:16 bar

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