Dampflokomotiven: 57 3525
Dampflokomotive 57 3525 des BEM
Nach den alten Güterzuglokomotiven der Königlich Preußischen Eisenbahnverwaltung (KPEV) der Reihen G3, G4, G5 und G7 war auch die vierfach gekuppelte Baureihe G81 im schweren Montanverkehr in den Industriezentren schnell an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Der Betriebsdienst forderte deswegen eine 5-fach gekuppelte Güterzuglokomotive, um auch 1000t-Züge mit 40 km/h befördern zu können. Von Henschel in Kassel kam deswegen der Entwurf der G10 zur Ausführung, die Konstruktion des Kessels stammte von der P8. Allein die KPEV stellte 2307 Maschinen in Dienst, bei der DRG waren nach kriegsbedingten Abgängen und Nachbauten vor allem für süddeutsche Bw insgesamt 3524 Maschinen in Betrieb und wurden im einheitlichen Nummernsystem als Baureihe 57.10 bezeichnet.
Auch in bayerischen Bw hielt die G10 nach 1922 Einzug, um den dringenden Bedarf an schweren Güterzuglokomotiven decken zu können. In Nördlingen waren bis 1953 stets G10 vertreten, bekannt sind unter anderem 57 1201, 1416, 2325, 2463 und 2548. Bei Kriegsende waren mit 50.263, 581, 793 und 868 auch vier rumänische G10 in Nördlingen abgestellt.
Die preußische G10 war kurz nach ihrer Entwicklung ebenfalls einer der Exportschlager der deutschen Lokomotivindustrie. Einige Exemplare der G10 wurden sogar an die Bagdadbahn im Nahen Osten geliefert. Die rumänische Staatsbahn CFR hatte von 1922 bis 1943 insgesamt 727 Lokomotiven der Baureihe G10 beschafft und bezeichnete sie als 50.101 bis 50.252 und 50.294 bis 50.868. Im Zuge des zweiten Weltkriegs kam es zu zahlreichen Verschiebungen bei den preußischen Baureihen, die auch von der DRG bevorzugt in den Osten geschickt worden waren.
Die Firma Rheinmetall in Düsseldorf lieferte 1926 mit der Fabriknummer 913 eine G10 direkt an die CFR aus, die dort als 50.227 bezeichnet wurde. Zuletzt war die Lok bis 1995 als Heizanlage in Tirgumures eingesetzt. Sie wurde 1998 von einem Mitglied für das Bayerische Eisenbahnmuseum erworben und im Werk Cluj einer teilweisen Aufarbeitung unterzogen. Die Überführung nach Nördlingen ist zusammen mit der 38 3180 für Anfang 2001 vorgesehen.
Die gewählte Nummer 57 3525 wurde im Anschluß an die höchste bekannte Nummer der DRG, 57 3524, gewählt. Wären die zahlreichen G10 fremder Eisenbahnen in den Betriebsbestand der DR bzw. DB aufgenommen worden, wäre die Nummernreihe sicherlich so fortgesetzt worden. Insofern ist die gewählte Betriebsnummer plausibel zu erklären und die Lokomotive erweitert die Sammlung des BEM im eine weitere für Nördlingen typische Baureihe.
Einige technische Daten der Baureihe 57.10:
| Bauart: | E h2 |
| Gattung: | G 55.18 |
| max. Geschwindigkeit: | 70 km/h |
| Leistung: | ? PS |
| Dienstgewicht: | ? t |
| Kesseldruck: | 12 bar |
Zur Bildergalerie oder zurück zur Übersicht unserer Fahrzeuge.