Elektrolokomotive E44 051

Die Elektrolokomotive E 44 051 des BEM

Durch die Weltwirtschaftskrise bestand ab dem Ende der 20er Jahre eigentlich kein Bedarf bei der Deutschen Reichsbahn an neuen elektrischen Lokomotiven. Durch den deutlichen Rückgang des Verkehrs reichten die vorhandenen Fahrzeuge aus.Um trotzdem den Anschluß an die technische Entwicklung halten zu können, entwickelte und baute Siemens eine vierachsige elektrische Lokomotive, die erstmals nur auf zwei Drehgestellen fuhr und keine Vor- oder Nachlaufachsen besaß. Das gesamte Gewicht stand daher als Reibungsgewicht an den Antriebsachsen zur Verfügung. Zusätzlich wurden neue Bauweisen wie geschweißte Rahmen und Drehgestelle erprobt. Die Deutsche Reichsbahn übernahm den Prototypen leihweise und erprobte ihn eingehend. Nachdem die neue Ellok sich als leistungsfähig erwies, wurden 1931 die ersten 20 Lokomotiven der neuen Baureihe E 44 in Dienst gestellt und auf der neu elektifizierten Strecke München - Stuttgart im leichten Reise- und Güterzugdienst eingesetzt. Bis 1945 stellte die DRG schließlich 179 Maschinen im Dienst, weitere 10 erhielt die Deutsche Bundesbahn aus Nach- und Umbauten. Die E 44 war die erste in größeren Stückzahlen gefertigte Drehgestell-Ellok mit Einzelachsantrieb, dem heute durchgängig angewandten Prinzip.
Eine weitere Unterbauart stellten die 9 Lokomotiven der Baureihe E 44.5 dar, die speziell für die Strecke Freilassing - Berchtesgaden beschafft wurden und auf denselben Baugrundsätzen beruhte.

Die E44 051 wurde 1936 von Krauss-Maffei in München (Fabriknr. 15554, mechanischer Teil) und den Siemens-Schuckert Werken in Berlin (Fabriknr. 3104, elektrischer Teil) gebaut und zuerst der Rbd Halle zugeteilt. Der Einsatz erfolgte auf der neu elektrifizierten Strecken im Raum Leipzig/Bitterfeld. Vom 21.April bis 30.September 1940 war sie an die Rbd München verliehen, danach kam sie zum Bw Leipzig West.
Nach dem Wiederaufbau kam das schnelle Ende für den elektrischen Zugverkehr, als 1946 die sowjetische Militäradministration die Einstellung der elektrischen Zugförderung verfügte. Alle elektrischen Lokomotiven, die gesamte Fahrleitung und die Kraftwerksausrüstung mußten demontiert und in die Sowjetunion gebracht werden. Die E 44 051 war zu dieser Zeit betriebsfähig im Bw Bitterfeld stationiert und mußte ebenfalls den Weg in die Sowjetunion antreten, zusammen mit 48 Schwesterloks. Von dieser Reise kam sie 1952 wieder in Einzelteile zerlegt zurück, da sich die Sowjetunion für ein anderes Stromsystem für ihre Eisenbahn entschied.
Zusammen mit der E 44 045 wurde sie als erste elektrische Lokomotive im Raw Dessau bis zum 30.März 1955 wieder betriebsfähig aufgearbeitet. Am 27.Juli konnte erst die Abnahmefahrt stattfinden, nachdem zwischen Halle und Köthen die Fahrleitung wieder unter Spannung stand. Erst am 01.September 1955 konnte der elektrische Betrieb bei der DR wieder eröffnet werden. E 44 051 war dabei an der Spitze eines Lokzuges aus 12 E 44 zu sehen.
Bis 1960 stand sie dem Bw Halle P zur Verfügung und wechselte anschließend zum Bw Weißenfels. Über die Zwischenstation Bw Leipzig-Wahren kam sie 1965 dann zum Bw Leipzig Hbf West, wo sie bis zum Ostermontag 1991 im Einsatz stand. Im Jahr 1960 erfolgte auch bei der DR die Umstellung auf computergerechte Loknummern, bei der sie zur 244 051-9 umgezeichnet wurde. Die letzten Einsatzjahre verbrachte die Lok im Rangierdienst im Rangierbahnhof Gaschwitz bei Leipzig. Das Deutsche Museum in München erwarb anschließend die Maschine und stellte sie dem BEM als Leihgabe zur Verfügung, da in München kein Platz für neue Exponate vorhanden ist.

Einige technische Daten der E44:
Bauart:Bo'Bo'
max. Geschwindigkeit:90 km/h
Leistung:2200 kW (ca. 3000 PS)
Dienstgewicht:78,0 t

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