Die Kleinlokomotiven des BEM
Die Kleinlokomotiven des BEM
Die Geschichte der Kleinlokomotiven begann 1923 in Frankreich, wo erstmals für den leichten Rangierdienst bei der frz. Ostbahn kleine Lokomotiven mit Verbrennungsmotoren als Antriebsquelle eingesetzt wurden. Auch die Deutsche Reichsbahn hatte mit der aufkommenden Konkurrenz der Lkw zu kämpfen und stellte deswegen 1929 die ersten Kleinloks in Dienst. Ziel war es, auf kleinen und mittleren Bahnhöfen den leichten Rangierdienst flexibler und billiger gestalten zu können, vorher hatten diese Leistungen die Dampflokomotiven des Nahgüterzuges übernommen. Das war zu teuer und zusätzlich dehnten sich die Fahrzeiten der Güterzüge unnötig lange aus. Nach den ersten Prototypen, die von der Industrie entwickelt worden waren und unterschiedliche Antriebe hatten, wurde 1933 ein Typenprogramm aufgelegt, daß Kleinlokomotiven in zwei Leistungsklassen enthielt. Als Antriebe wurden Verbrennungsmotoren mit Benzol- und (Diesel-)Ölbetrieb sowie Kleinloks mit elektrischem Antrieb beschafft, die über Verbrennungsmotoren mit Generator oder über Akkumulatoren verfügten. Die Antriebsart war als zweiter, klein geschriebener Buchstabe hinter dem "K" für Kleinlokomotive vermerkt, dem dann die laufende Nummer folgte. Das eigene Bezeichnungs- und Nummernsystem war gewählt worden, um die Kleinloks deutlich von ihren "großen Schwestern" abzugrenzen, denn sie waren von der Bauausführung einfacher und durften von angelerneten "Kleinlokbedienern" im Rangierdienst gefahren werden. Die eigene Bezeichnung ist bis in die heutige Zeit geblieben, nur wurde die Leistungsgrenze für Kleinlokomotiven in der Zwischenzeit kräftig erhöht. Während der Nummernbereich 0001 bis 3999 für Kleinloks der Leistungsklasse I reserviert war, wurden die Nummern 4000 bis 9999 an Kleinloks der Leistungsklasse II vergeben - die Reichsbahn plante als durchaus größere Stückzahlen, um jeden Zwischenbahnhof mit einer Kleinlok ausstatten zu können. Kleinloks wurden keinem Bw, sondern direkt einem Bahnhof zugeordnet und zunächst von mobilen Werkstätten betreut, die Beheimatung in Bw erfolgte erst später. Die Deutsche Bundesbahn beschritt diesen Weg zunächst weiter und baute weitere Loks der größeren Bauart, ab den 70er Jahren begann aber der Kahlschlag im Schienengüterverkehr und die Kleinloks wurden auf den Bahnhöfen zunehmend entbehrlich. Überleben konnten sie nur deswegen, da sie zunehmend Verwendung im Strecken- und Bauzugdienst fanden. Etliche wanderten auch in den Schuppendienst in Betriebs- und Ausbesserungswerken ab. Der noch schnellere Rückzug der DB AG aus dem klassischen Güterverkehr ließ nicht nur die Köf II, sondern auch schon viele jüngere Köf III überflüssig werden, 1998 wurde die letzte Köf II bei der DB ausgemustert. Die Kleinloks der Leistungsgruppe I hatte schon in den 70er Jahren dieses Schicksal ereilt.
Die Kö 0116 entstand bereits 1934 in der Maschinenfabrik Windhoff AG in Rheine mit der Fabriknummer 276. Als erster Einsatzort ist der Bahnhof Mönchehof bekannt. Nach dem 2.Weltkrieg sind Einsätze in Nürnberg Rbf und in Friedrichshafen bekannt. Ausgemustert wurde sie bereits am 03.Oktober 1961, sie wurde anschließend an die Casseler Basalt AG verkauft und wurde in deren Werk Ortenberg bis 1985 eingesetzt. Mit der Aufgabe des Schienengüterverkehrs wurde sie auch dort 1985 überflüssig und gelangte in den Bestand des BEM. Inzwischen ist sie wieder in den klassischen Diesellok-Farben schwarz und signalrot lackiert.
Die Akkumulator-Kleinlok Ka 4015 wurde bereits im Jahr 1930 als einer der ersten Prototypen geliefert und war anfangs noch als A6003 bezeichnet.Gebaut wurde sie 1930 mit der Fabriknrummer 4561 bei der AEG in Berlin. Statt des jetzigen Führerhauses wies sie lediglich ein Dach auf, das über die gesamte Loklänge reichte. In diesem Zustand kann die Ka 4013 bei der DGEG bewundert werden. Die Ka 4015 erhielt bei der DB ein Führerhaus in der Mitte, ansonsten behielt man die Anordnung der Akkumulatoren an beiden Enden des Fahrzeugs bei. Angetrieben wird die Lok von zwei zentral angeordneten Motoren, deren Kraft wie bei den Dieselvarianten mit Ketten auf beide Achsen übertragen wird.
Am 27.10.1930 wurde die neu gelieferte Lok der Rbd München zugeteilt, ab 16.04.1941 ist die Beheimatung beim Bw Rosenheim bekannt. Später wurde sie zum Bw München Ost weitergerreicht, 1968 bekam sie die computergerechte Nummer 381 101-5 zugeteilt. Ihre Ausmusterung erfolgte am 01.02.1973 beim Bw Haltingen, anschließend wurde sie an die Firma Interfrigo in Basel verkauft. Dort versah sie im blauen Anstrich und mit der Nummer IF 330 den Verschub im Heimatwerk der Interfrigo-Kühlwagen. 1992 gelangte sie als Spende in den Bestand des BEM.
Einige technische Daten der Kleinlokomotiven:
| | Kö I | Köf II | Ka II |
| Bauart: | Bdm | Bdh | Bo |
| max. Geschwindigkeit: | 18 km/h | 30/45 km/h | 30 km/h |
| Leistung: | 18 - 28 kW (25 - 38 PS) | 86/94 kW (118/128 PS) | 35 kW (48 PS) |
| Dienstgewicht: | 7,5 -9,8 t | 17 t | 17 t |
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