Die Elektrolokomotiven E 94 192 und E 94 135 des BEM

Für den schweren Güterzugdienst auf den steigungsreichen Strecken in Süddeutschland und in Österreich benötigte die Deutsche Reichsbahn eine schwere Güterzuglokomotive. Die vorhandenen Elloks mit Stangenantrieb waren technisch bereits überholt und vor allem zu langsam. Es wurde eine sechsachsige Ellok mit Einzelachsantrieb entworfen und gebaut, bei der der Trafo, das Schaltwerk und die Führerstände auf einem Brückenrahmen zwischen den zwei Drehgestellen angeordnet sind, in deren Vorbauten die restlichen Aggrate untergebracht sind. Eine derartige Bauweise war bereits von österreichischen und schweizerischen Lokomotiven bekannt, die den Spitznamen "Krokodile" trugen und sich auf den kurvigen und steilen Gebirgsrampen in den Alpen bewährten. Zuerst wurde eine kleine Serie der Baureihe E 93 gebaut, die auf der bekannten Geislinger Steige zum Einsatz kam und sich ebenfalls bewährte. Die stärkere und schnellere Weiterentwicklung wurde als E 94 geführt und das erste mal 1940 abgeliefert. Mit einer Leistung von 3240 kW war die E 94 in der Lage, schwerste Güterzüge zu befördern und sie konnte sich auf der schwierigen Brennerstrecke bis 1994 im Einsatz halten. Auch die Deutsche und die Österreichischen Bundesbahnen bestellten noch E 94, bis stärkere Nachfolger fertig entwickelt waren.

Die E 94 192 wurde 1956 von Krauss-Maffei in München (Fabriknr. 18185, mechanischer Teil) und AEG in Berlin (Fabriknr. 7389, elektrischer Teil) gebaut. Ihr erstes Domizil war das Bw Heidelberg bis auf eine kurze Unterbrechung vom 14. November 1957 bis 7.April 1958 im Bw Mannheim. Am 27. September 1969 wurde die mittlerweile in 194 192-1 umgezeichnete Maschine zum Bw Mannheim umbeheimatet. Am 30. Juni 1988 erfolgte schließlich die Außerdienststellung beim Bw Nürnberg 2, wo sie von Eisenbahnern vor der Verschrottung bewahrt werden konnte. Anschließend konnte das Bayerische Eisenbahnmuseum die Lokomotive erwerben.
1998 wurde mit der Untersuchung der Lokomotive begonnen, die im Januar 2000 abgeschlossen war. Aber erst nachdem einige Unstimmigkeiten zwischen den Aufsichtsbehörden gelöst waren, konnte die Maschine im April 2000 wieder ihre ersten Leistungen erbringen. Seit Mai 2000 ist sie in München stationiert und hat seitdem bereits einige Sonderleistungen erbringen können. Um auch in Österreich eingesetzt werden zu können, mußte sie im Winter leider mit Pantographen mit Doppelschleifstücken ausgerüstet werden, es gab aber auch schon bei der DB Maschinen, die solche Stromabnehmer von der E16 übernommen hatten.

Die E 94 135 wurde 1944 von Krauss Maffei in München gebaut. Sie verblieb nach dem 2. Weltkrieg in Osterreich wo sie den Erfordernissen angepasst und modernisiert wurde. Dort erhielt sie die  Nummer 1020 17. Die Lok wurde inzwischen neu lackiert und dient als Ersatzteilspender für E 94 192

Einige technische Daten der E 94:
Bauart: Co'Co'
max. Geschwindigkeit: 90 km/h
Leistung: 3230 kW (ca. 4420 PS)
Dienstgewicht: 123,0 t

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