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Bayerisches Eisenbahnmuseum

Baureihe 01 - 01 180

 

01 180

 

 

Das Bayerische Eisenbahnmuseum kann mit der 01 180 nicht nur eine weitere Variante der berühmten Baureihe in seinen Bestand aufnehmen, sondern auch ein Stück bayerischer Eisenbahngeschichte. Die 01 180 war nicht nur seit 1965 in den bayerischen Bahnbetriebswerken  Würzburg, Nürnberg Hbf und Hof beheimatet, sondern gehörte auch zu den letzten in Süddeutschland eingesetzten Schnellzugdampflokomotiven.

Zur Geschichte dieser Lok: Sie wurde 1936 in Kassel von der Fa. Henschel & Sohn AG mit der Fabriknummer 22923 gebaut, am 27.05.1936 erfolgte die Abnahme durch die Deutsche Reichsbahn. Die erste Heimatdienststelle war das Bw Paderborn in der Rbd Kassel, also nicht weit vom „Geburtsort“ der Lok. Im dortigen Bw wurden Schnellzüge vom Osten des Ruhrgebiets über Altenbeken nach Hannover und nach Kassel gefahren, die steigungsreichen Strecken durch das Mittelgebirge dürften auch der 01 einiges abverlangt haben. Zeitweise wechselte die 01 180 auch zu den Bahnbetriebswerken Hagen Eckesey, Düsseldorf-Abstellbahnhof und Köln Betriebsbahnhof.

Obwohl zu Beginn der 50er Jahre das Ende der Dampflokomotive mit Konstruktion und Bau der DB-Einheits-Elloks schon eingeläutet war (ursprünglich war das Dampfende schon für das Jahr 1967 geplant), entschloss sich die Hauptverwaltung der DB dennoch, aus energiewirtschaftlichen Gründen eine gewissen Anzahl von Dampflokomotiven neu zu bauen. Nachdem aber feststand, dass die als Ersatz für die 01 gedachte Baureihe 10 nicht mehr zur Serie gebracht würde, begann die Deutsche Bundesbahn auch für die 01 mit der Neubekesselung. Immerhin versprachen die so umgebauten Maschinen eine etwa 8 Prozent höhere Leistung bei gleichzeitigem Einsparen von rund 5 Prozent Brennstoff. So schien sich die Neubekesselung unter den drei Aspekten Brennstoffersparnis, höhere Leistung und gleichzeitig durch die vollständige Schweißung niedrigere Instandhaltungskosten auch bei einer mit rund 10 Jahren verhältnismäßig kurzen Restnutzungsdauer wirtschaftlich darstellen.

Nach fünf neu angefertigten Kesseln im Jahr 1950 begann 1958 nach einigen Verbesserungen der serienmäßige Einbau bei 50 Lokomotiven durch das Ausbesserungswerk Frankfurt-Nied. Die 01 180 war im Juni 1960 an der Reihe: Sie erhielt einen Kessel der Fa. Jung mit der Fabriknummer 13024. Die wichtigsten Veränderungen gegenüber dem alten, originalen Kessel waren die Ausrüstung der Kessel mit Verbrennungskammer (damit eine Veränderung der Heizflächenverhältnisse zugunsten einer vergrößerten Strahlungsheizfläche), Einbau eines Heißdampfreglers sowie der Mischvorwärmeranlage Bauart MV 57.

In der Tat bestätigten sich sowohl die errechneten Einsparungen als auch die erwartete, gesteigerte Leistungsfähigkeit der Loks. War in den dreißiger Jahren durch das RZA in der Versuchsanstalt Grunewald die sogenannte Kesselgrenze mit dem Wert Hv= 57 kg/m2/h (theoretisch-praktisch ermittelter Grenzwert für die Heizflächenbelastung und damit für die Leistungsfähigkeit von Lokomotivkesseln) festgelegt worden, so konnten mit den DB-Neubaukesseln nunmehr Werte bis zu 85 kg/m2/h gefahren werden, was allein schon fast 30 Prozent Steigerung der Leistung bedeutete.

 

Nach der Neubekesselung wurde die Maschine dem Bw Osnabrück zugeteilt und fuhr zusammen mit 0110 hauptsächlich auf der Rollbahn zwischen Aachen, Köln im Südwesten bis nach Bremen und Hamburg. Tageslaufleistungen über 800 km waren keine Seltenheit. 1963 standen in Osnabrück genügend 0110, so dass die 01 180 nach Kaiserslautern weitergereicht wurde, um P10 und 03 zu ersetzen. Dort war 1964 auch die 01-Instandhaltung aus Ludwigshafen hin verlegt worden; die Einsätze liefen aber wie gehabt weiter ab Ludwigshafen und führten die Maschinen nach Kaiserlautern, Frankfurt (Main) Hbf, Bingerbrück und Karlsruhe.

Am 2. Juni 1965 wechselte sie erneut – diesmal in die BD Nürnberg zum Nürnberg Hbf. Vom 2. Juli bis 8. September 1965 mußte unsere Lok noch einmal kurzzeitig beim Bw Würzburg aushelfen. Nach den Streckenelektrifizierungen blieb hier den 01 nur noch die Führung der schnelleren Züge Richtung Schweinfurt-Bamberg. Danach wieder in Nürnberg Hbf, gehörte die Bespannung der Schnellzüge via Ansbach – Dombühl – Crailsheim nach Stuttgart zu ihren Aufgaben. Zum Fahrplanwechsel im Mai 1967 wurde die Dampflokunterhaltung beim Bw Nürnberg Hbf aufgegeben und die letzten dort beheimateten 01 zur BD Regensburg, Bw Hof abgegeben.

 

Diese oberfränkische Dienststelle in der Nähe des südlichen Endes der deutsch/deutschen Grenze bekam Ende der Sechziger Jahre immer mehr Aufmerksamkeit durch Eisenbahnfreunde, gab es hier doch noch echten Schnellzugdampf. Die 01 des Bw Hof befuhren dabei hauptsächlich die Strecken über Weiden nach Regensburg und Lichtenfels/Bamberg, wobei auch die berühmte Schiefe Ebene von Neuenmarkt-Wirsberg nach Marktschorgast gemeistert werden musste.

01 180 konnte sich immerhin bis zum Ende des Winterfahrplans 1972/73 im Betriebsbestand halten, doch waren kaum noch hochwertige Leistungen im Dienstplan. Nachdem am 01.06.1973 in Süddeutschland Schluß mit König Dampf im Fernverkehr war, gab es am 02. und 03.06.1973 noch einmal eine Abschiedsrundfahrt des Bundesverbands Deutscher Eisenbahnfreunde (BDEF), zu der wohl über 1000 Eisenbahnfans anreisten. Die 01 180 wurde aus diesem Anlaß auch noch einmal unter Dampf gezeigt, bevor auch bei ihr das Feuer ausging.

Dem Schweizer Unternehmer Ferdinand Steck ist es zu verdanken, dass sie nicht dem Schneidbrenner zum Opfer fiel. Eigentlich war es der Wunsch  des damaligen Junjior und heutigen Senior, dass sein Vater Ihm ein großes Rad einer Dampflok aus Deutschland mitbringt. Das hatte Ferdinand Steck mit Schweizer Humor auch getan - allerdings hing da noch eine ganze Lok daran. Im Mai 1975 rollte sie in ihre neue Heimat, den Ort Bowil (südöstlich von Bern im gleichnamigen Kanton gelegen), ab und wurde auf dem Werksgelände unter Dach aufbewahrt.

Umfangreiche Untersuchungen durch die beiden Initiatoren ergaben, dass sich die Maschine in einem aufarbeitungswürdigen Zustand befindet. Ziel ist daher die betriebsfähige Instandsetzung in den nächsten Jahren, um passend zur 01 066 eine weitere attraktive Schnellzugdampflok einsatzbereit für die Nachwelt erhalten zu können.

 

 

 

 


Einige technische Daten der 01 (Umbau):

 

  • Bauart: 2'C1'h2
  • Gattung: S36.20
  • Vmax: 130 km/h
  • Leistung: 2328 PS
  • Dienstgewicht: ??? t
  • Keseeldruck: 16 bar

 

Actual News

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Seenland - Express: Nördlingen - Wassertrüdingen - Gunzenhausen
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